INABBRA

Im Verbund „INABBRA“ (Innovationsallianz-Berlin-Brandenburg) haben sich Krankenhäuser unterschiedlichster Versorgungsstufen und Träger sowie die Ärztekammern Berlins und Brandenburgs zusammengeschlossen. Ziel dieses Verbundes ist die Kooperation und Umsetzung innovativer Projekte in der klinischen Weiterbildung und Forschung.

Innerhalb des INABBRA-Verbundes wurden 2007 ca. 1.23 Mio Patienten jedweder Krankheit, jedweder Spezialität sowie jedweden Schweregrades vollstationär behandelt, davon 426.000 operativ (Statistische Jahrbücher Brandenburg und Berlin 2009). Diesem hohen Patientenaufkommen steht ein Mangel an medizinischem Fachpersonal gegenüber. Dies hat in der klinischen Weiterbildung – zunächst nur zum Facharzt für Anästhesiologie - zu einer gemeinsamen Aktion von Einrichtungen in Berlin und Brandenburg geführt.

Jeder Berufseinsteiger durchläuft dabei eine curricular hinterlegte Weiterbildung in zwei oder mehr Stufen, die eine umfassende Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten garantiert. Ergänzt wird dies durch E-Learning-Module und Simulator-Kurse, in denen sowohl medizinisches Wissen vermittelt, als auch „soft skills“ gefördert werden. Durch die im Verbund organisierte Weiterbildung werden die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal genutzt und dabei gleichzeitig der Bedarf definiert, welcher zur nachhaltigen Aufrechterhaltung von Strukturen notwendig ist.

Für die klinischen Forschungsaktivitäten ist bedeutsam, dass innerhalb des INABBRA Verbundes wegen der hohen wissenschaftliche Expertise, die in der Universitätsklinik Charité und bei den akademischen Lehrkrankenhäusern vorhanden ist sowie durch die Zahl der pro Jahr operierten Patienten gemeinsame Projekte jedweder Fragestellung realisierbar erscheinen.

In solch einem Verbund besteht die Möglichkeit, Innovationen schneller einzuführen und ihre Relevanz für die Ergebnisqualität schneller und valider zu überprüfen, als dies in einzelnen Krankenhäusern gemeinhin möglich wäre. Berlin und Brandenburg können daher wichtige Partner für Forschungsvorhaben öffentlicher Träger und der Industrie sein und auch aus diesem Grunde außerordentlich attraktiv und motivierend für den akademischen Nachwuchs. Ein wichtiges Ziel der Innovationsallianz Berlin/Brandenburg ist es daher - neben der Weiterbildung - die klinische Forschung im Verbund der Charité–Universitätsmedizin Berlin mit ihren akademischen Lehrkrankenhäusern sowie anderen Krankenhäusern der Region zu verstärken.

In diesem Rahmen können sowohl klinische Projekte z.B. Multicenterstudien, lokale wissenschaftliche Projekte und Qualitätsprojekte gemeinsam bearbeitet werden. Natürlich sind auch die Betreuung von Doktorarbeiten und das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten möglich und erwünscht. Als erstes Projekt hat sich ein durch das Forum der DGAI und des BDA unterstütztes Qualitätssicherungs-Projekt zur Anti-Infektiva-Behandlung implementieren lassen, das durch Nutzung im Sinne eines webbasierten „Stewardship-Programms“ eine adäquate und frühzeitige Behandlung von Infektionen erlaubt (http://www.dgai-abx.de/; Ärzte und Klinken können unter info@dgai-abx.de einen kostenlosen Account anfordern) und inzwischen überregional in Deutschland sowie im europäischen Verbund genutzt wird.